API steht für Application Programming Interface und ist die definierte Schnittstelle, über die zwei Programme miteinander kommunizieren. Statt dass dein Frontend direkt in eine Datenbank schreibt, ruft es eine API auf. Statt dass du KI-Modelle selbst hostest, rufst du die OpenAI- oder Anthropic-API.
APIs sind das Bindeglied zwischen allem im modernen Internet: Stripe-API für Zahlungen, Twilio-API für SMS, Google Maps-API für Karten, Anthropic-API für Claude. Ohne APIs wäre jede App eine Insel.
Wie funktioniert eine API?
Die meisten modernen APIs sind REST-APIs und kommunizieren über HTTP – also dasselbe Protokoll, das auch Webseiten nutzt. Eine API hat:
- Endpunkte wie
https://api.openai.com/v1/chat/completions - Methoden wie GET (lesen), POST (erstellen), PATCH (ändern), DELETE (löschen)
- Request-Body im JSON-Format
- Response ebenfalls als JSON
- Authentifizierung über API-Keys oder Tokens
Beispiel: Du sendest mit POST eine Anfrage an die OpenAI-API mit einem Prompt im Body, dazu deinen API-Key im Header. Du bekommst eine JSON-Antwort mit dem generierten Text zurück.
Es gibt auch andere API-Stile:
- GraphQL – flexible Abfragen, du sagst genau, welche Felder du willst
- WebSocket – persistente Verbindung für Echtzeit (Chats, Kollaboration)
- gRPC – binär, schnell, für interne Microservices
- MCP (Model Context Protocol) – Standard für KI-Tools, von Anthropic eingeführt
Wofür brauchst du APIs?
- Frontend ↔ Backend – jede Web App nutzt interne APIs
- Externe Services einbinden – Stripe, Twilio, OpenAI, Mapbox
- Daten in andere Systeme schicken – CRMs, Analytics, Automation
- Eigene API anbieten – Dritte sollen deine Daten oder Logik nutzen
- Mobile App ↔ Backend – die App fragt deine API ab
- Webhooks empfangen – z. B. Stripe meldet "Bezahlung erfolgreich"
API und VibeCoding
Mit Claude Code APIs zu konsumieren oder zu bauen ist einer der häufigsten Use Cases. Du gibst die OpenAPI-Doku der API mit, Claude generiert TypeScript-Typen und Aufruf-Code. Du beschreibst eine eigene API ("POST /api/orders, prüft Auth, validiert mit Zod, speichert in Supabase"), Claude schreibt sie.
Wichtig im Umgang mit APIs:
- API-Keys gehören in Environment Variables, niemals im Code
- Rate-Limits beachten – nicht jede API erlaubt 1000 Requests/Sekunde
- Errors abfangen – APIs können down sein, langsam oder unerwartet antworten
- Validierung – jede Antwort prüfen, bevor du sie verarbeitest
Mit dem MCP (Model Context Protocol) können KI-Tools wie Claude Code direkt mit APIs interagieren – z. B. dein Notion abfragen oder GitHub-Issues erstellen, ohne dass du dafür Code schreibst.
Empfehlung
- API-Doku schreiben: OpenAPI / Swagger – funktioniert auch für KI-Tools
- API testen: Bruno, Postman oder curl
- API-Calls im Frontend: TanStack Query (ehemals React Query)
- Eigene API in Next.js: API-Routes oder Route Handlers
- KI-APIs nutzen: Anthropic SDK für Claude, OpenAI SDK für GPT